Madrid hat gerade einem seiner großen weißen Elefanten einen Namen gegeben: Das gescheiterte olympische Schwimmzentrum wird in einen riesigen Freizeit-, Sport-, Musik- und Bildungskomplex umgewandelt, den José Luis Martínez-Almeida als „den besten und größten Freizeit-, Bildungs- und Sportkomplex Europas“ vorgestellt hat.
Das Gelände des ehemaligen Schwimmzentrums, direkt neben dem Stadion Cívitas Metropolitano und der M‑40, war seit über einem Jahrzehnt unvollendet geblieben – als Erinnerung an das gescheiterte Olympiaprojekt. Jetzt hat die Stadtverwaltung grünes Licht für eine umfassende Umgestaltung gegeben, die von dem privaten Unternehmen Barsento S.L.U. (verbunden mit Atlético Madrid) finanziert wird. Dort soll ein multifunktionaler Komplex mit drei großen Bereichen entstehen:
- Eine Konzerthalle mit Platz für rund 20.000 Menschen, die mit den großen europäischen Veranstaltungsorten konkurrieren und Madrids Position als Hauptstadt der Live-Musik stärken soll.
- Ein Universitätscampus für Hochschulbildung und Berufsausbildung, der von der Universität Alfonso X el Sabio verwaltet wird und Platz für mehr als 2.300 Studierende bietet.
- Ein großes GoFit-Sportzentrum mit Innen- und Außenpools und Platz für bis zu 9.000 Besucher, konzipiert als Sport- und Wellnesszentrum für den gesamten Stadtteil San Blas-Canillejas.
Ein „Hub“ für Konzerte und Shows
Das auffälligste Element des Großprojekts ist die neue Halle für Großveranstaltungen. Nach Angaben der Stadtverwaltung wird die Konzerthalle eine etwas größere Kapazität haben als die Movistar Arena und soll internationale Tourneen, Künstlerresidenzen und Großveranstaltungen anziehen, die bisher entweder ausgefallen sind oder auf kleinere Veranstaltungsorte verteilt wurden.
Der Bürgermeister hat das Projekt als Teil der Strategie bezeichnet, Madrid zu „einem der großen Musik-Hubs der Welt“ zu machen, und betont, dass der Komplex „die Stadt zu einem der großen Künstler-Standorte machen wird“, dank der Kombination aus überdachter Veranstaltungsstätte, Verkehrsanbindung sowie Hotel- und Freizeitangebot in der Umgebung des Metropolitano.
Private Investitionen auf öffentlichem Grund

Das Projekt entsteht auf einem rund 66.000 Quadratmeter großen Grundstück, das für 75 Jahre an Atlético Madrid verpachtet wurde, das über Barsento die Investition und den Betrieb des Komplexes übernehmen wird. Die Stadtverwaltung verteidigt das Vorhaben als Beispiel für eine öffentlich-private Partnerschaft, die es ermöglicht, eine unvollendete Infrastruktur ohne Kosten für die Stadtkasse zu nutzen und gleichzeitig einen neuen Wirtschafts- und Freizeitpol im Nordosten der Stadt zu schaffen.
Der Makrokomplex wird zudem mit anderen laufenden Projekten in der Gegend koexistieren, wie der zukünftigen Ciudad del Deporte von Atlético Madrid und der Umgestaltung der Umgebung der M-40, wodurch ein Korridor aus Einrichtungen entsteht, der das Bild des ehemaligen „olympischen Skeletts“ komplett verändern wird.