Die Linie 6 der Madrider Metro wird morgen, am 20. Dezember, wieder in Betrieb genommen, 11 Tage früher als ursprünglich von der Stadt Madrid geplant, die die vollständige Wiedereröffnung für den 31. Dezember vorgesehen hatte. Damit gehen sieben Monate teilweiser Sperrungen und Umsteigevorgänge auf der mit rund 430 000 Fahrgästen pro Tag am stärksten frequentierten U-Bahn-Linie zu Ende.
Ab dem ersten Zug am Samstag werden alle Züge der Linie 6 wieder auf dem gesamten Ring verkehren, einschließlich des östlichen Bogens zwischen Legazpi und Moncloa über die Avenida de América, der als letzter Abschnitt für die Bauarbeiten vorgesehen war. Bisher mussten die Benutzer an Bahnhöfen wie Méndez Álvaro, Avenida de América oder Legazpi aussteigen und die Strecke mit Sonderbussen oder auf anderen Linien zurücklegen. Als die Arbeiten im September letzten Jahres begannen, dauerte es einen Monat, bis diese Busse in Betrieb genommen werden konnten, was zu einem Chaos bei der Rückkehr zur Schule und zur Arbeit nach den Ferien führte.
Die Ersatzbusse werden noch einige Tage lang verkehren, um die Umstellung zu erleichtern, aber der reguläre Metrobetrieb ist wieder der wichtigste Bestandteil des Ringkorridors.
Was hat sich in den letzten Monaten auf der Linie 6 getan?

Die schrittweise Stilllegung der Linie 6 wurde für eine umfassende Neugestaltung der Infrastruktur genutzt, bei der die Schienen auf den 23 Kilometern des östlichen Bogens erneuert, der Schotter durch Betonplatten ersetzt, die Kurvenführung verbessert und die Signal- und Kommunikationssysteme modernisiert wurden. Gleichzeitig werden die Bahnsteigkanten verstärkt und die Spurweiten angepasst, damit in Zukunft automatische Türen eingebaut werden können, ein Schlüsselelement für den fahrerlosen Betrieb.
Eine weitere wichtige Neuerung, die für die Fahrgäste weniger sichtbar, aber dennoch von grundlegender Bedeutung ist, ist die Änderung der elektrischen Spannung: Die Strecke wird von 600 auf 1.500 Volt zur Versorgung der Züge umgerüstet, was den Energieverbrauch um etwa 30 % senken und die Zuverlässigkeit erhöhen wird. Zu diesem Zweck wurden 13 Unterwerke im Rahmen einer mit europäischen EFRE-Mitteln 2021-2027 kofinanzierten Investition erneuert.
Erster Schritt zur fahrerlosen Metro
All diese Arbeiten sind Teil des Automatisierungsplans für die Linie 6, die nach dem Willen der Stadt Madrid bis 2027 die erste Linie mit automatischem Fahrbetrieb im gesamten Netz sein soll. Mit den neuen Zügen und dem Automatisierungssystem soll die Ringlinie in der Lage sein, in der Hauptverkehrszeit einen Takt von etwa zwei Minuten anzubieten und Nachfragespitzen besser aufzufangen.
Ab dem 7. Januar werden die Arbeiten nachts fortgesetzt, um die Installation der Ausrüstungen und der Bahnsteigtüren abzuschließen. Dies bedeutet, dass die Strecke von Sonntag bis Donnerstag für eine gewisse Zeit um 23.00 Uhr geschlossen werden muss, während freitags und samstags der übliche Fahrplan aufrechterhalten wird.