An den Bushaltestellen in Madrid sieht man oft Informationstafeln, die alarmierende Temperaturwerte anzeigen, die bis zu 51 Grad Celsius erreichen. Dieser Wert entspricht jedoch nicht der tatsächlichen Lufttemperatur, die man auf der Straße atmet, sondern hängt von den Eigenschaften und Materialien der Anlage selbst ab.
Der Sensor, der an diesen Wartehäuschen die Temperatur misst, wird stark von seiner unmittelbaren Umgebung beeinflusst. An Tagen mit intensiver Sonneneinstrahlung erwärmt die Strahlung die Bauteile, aus denen die Konstruktion besteht, vor allem Metall und Glas. Das gesamte Konstrukt absorbiert diese Energie, sodass das Thermometer letztendlich die auf den Oberflächen gespeicherte Wärme anzeigt, anstatt isoliert die Umgebungstemperatur zu messen.
Der Einfluss der elektronischen Bauteile
Zu dieser strukturellen Erwärmung kommt noch die Wärme hinzu, die von der Ausstattung der Haltestelle selbst abgegeben wird. Ein Großteil dieser Anlagen verfügt über digitale Werbung, Leuchtbildschirme und verschiedene elektrische Komponenten, die im Dauerbetrieb eine zusätzliche Wärmequelle nur wenige Zentimeter vom Sensor entfernt erzeugen.
Diese Kombination von Faktoren führt zu einer erheblichen Abweichung bei der endgültigen Messung, die die Nutzer wahrnehmen. Aus diesem Grund kann die Anzeigetafel an der Haltestelle an Tagen, an denen die Außenlufttemperatur tatsächlich zwischen 36 und 38 Grad liegt, einen Wert von über fünfzig Grad anzeigen.
Auch wenn die auf dem Display angezeigte Zahl letztlich eine durch die Materialien der Konstruktion selbst verursachte Verzerrung ist, lassen die hohen Temperaturen, die derzeit in der Stadt herrschen, die Messung für diejenigen, die auf der Straße auf öffentliche Verkehrsmittel warten, auf den ersten Blick glaubwürdig erscheinen.