Zwei Tage nach der Beerdigung der Sardine kommt die„Beerdigung derStadtviertel” mit einem kämpferischen und protestierendenCharakter . Diesen Freitag organisieren die Nachbarschaftsvereine und Kollektive des Stadtbezirks Centro einen Marsch gegen die Überflutung mit Touristenunterkünften und den Mangel an öffentlicher Unterstützung.
Die Demo startet um18:00 Uhr auf der Plaza de la Provincia neben dem Außenministerium und wird laut der Regionalen Föderation der Nachbarschaftsvereine von Madrid einen humorvollen und kritischen Ton haben.
Symbolische Trauer

Es wird um den Tod der Sardine Centrina getrauert , einer symbolischen Figur, die den Verlust der Seele des Viertels angesichts der Touristenunterkünfte und der räuberischen Dynamik gegenüber den Nachbarn repräsentiert.
Diese fiktive Geschichte erzählt, wie die Sardine eines der beliebtesten Mitglieder des Viertels war und zwei Tage lang tot in ihrem Haus lag, da sie statt Nachbarn nur Touristenwohnungen um sich herum hatte. Der „Geruch nach Fischmarkt” war es schließlich, der einen Besucher alarmierte und ihn auf das Geschehene aufmerksam machte.
Mit der Totenwache will der Verband der Vereinigungen „die Ablehnung gegenüber einem Stadtmodell, das seine Bewohner vertreibt, sichtbar machen”. Er will auch eine Realität aufzeigen, denn es gibt schätzungsweise zwischen 15.000 und 20.000 illegale Ferienwohnungen in Madrid, mehr als 5.000 Sozialwohnungen.
„Madrid gehört uns“

Die „Beerdigung der Stadtviertel“ beschäftigt sich mit dem Verlust von lokalen Geschäften, öffentlichen Räumen, Sauberkeit und grundlegenden Dienstleistungen. Auf ihrem Weg erinnert sie an verschiedene Probleme, die die Anwohner betreffen, und führt eine Demonstration in Trauerkleidung durch.
Ihr Motto lautet „Madrid gehört uns“ und sie rufen die Bürger dazu auf, für ihre Straßen, ihre Wohnorte und die Leistungen zu kämpfen, die sie verdienen, wie zum Beispiel Grünflächen oder Gesundheitszentren.
Die Route führt durch das Zentrum der Hauptstadt, unter anderem durch die Straßen Bolsa, Carretas, Montera, Fuencarral, Colón und Velarde. Auf ihrem Weg machen sie mehrere Proteststopps, und zwar :
- Plaza de la Provincia: wegen der Verschmutzung des Stadtteils Centro, Sol und Barrio de las Letras.
- Puerta del Sol: wegen der öffentlichen Gesundheitsversorgung.
- Red de San Luis: wegen des Mangels an Parks und Spielplätzen.
- Plaza Raffaella Carrà: wegen der fehlenden öffentlichen Einrichtungen.
- Calle Colón Ecke Valverde: wegen der Aktivitäten von Hedgefonds und dem Mangel an Wohnraum.
- Plaza San Ildefonso: Wegen des Lärms und der Besetzung von Terrassen im öffentlichen Raum.
- Plaza Dos de Mayo: wegen fehlender Bäume und Abholzungen.