Es gibt nur wenige Dinge, die in der gemeinsamen Vorstellung der Madrider verschiedener Generationen eine Rolle spielen, und der Vergnügungspark ist eines davon. Er hat zwar kleine Veränderungen und Anpassungen erfahren, ist aber im Großen und Ganzen über die Jahre hinweg eine Konstante geblieben.
So sehr, dass es seit 1967 von Parques Reunidos betrieben wurde; doch nun wird es nicht mehr in den Händen seines langjährigen Betreibers bleiben, wenn die aktuelle Konzession im September 2027 endgültig ausläuft . Das ebnet den Weg für eine neue öffentliche Ausschreibung und damit für eine andere Zukunft für eine der großen Ikonen der Madrider Freizeitlandschaft.
Seit seiner Eröffnung in den 60er Jahren ist der Vergnügungspark ein Symbol der Modernität, ein Labor für neue Erlebnisse und vor allem ein gemeinsamer Schauplatz in der Erinnerung der Stadt. Unter der Leitung von Parques Reunidoshat der Park nach und nach große Adrenalin-Attraktionen hinzugewonnen, die Landschaft mit Themenbereichenneu gestaltet, sich an immer strengere Sicherheits- und Nachhaltigkeitsvorschriften angepasst und sogar Veränderungen im Freizeitverhalten mit Kampagnen, Sonderveranstaltungen und thematischen Saisonsberücksichtigt.

Dass die Konzession 2027 ausläuft und der Park öffentlich ausgeschrieben wird, bedeutet in der Praxis, dass die Stadtverwaltung verschiedene Vorschläge prüfen kann, wie der Vergnügungspark der Zukunft aussehen soll: welches Betriebsmodell sie anstrebt, welche Investitionen geplant sind, wie die Beziehung zur Casa de Campo und zur Bevölkerung gestaltet werden soll und welche Rolle der Park in einem zunehmend wettbewerbsorientierten Freizeit-Ökosystem spielen wird, in dem Themenparks, Erlebnis-Einkaufszentren und neue Formen der digitalen Unterhaltung nebeneinander existieren.
Der Betreiberwechsel bedeutet nicht unbedingt eine sofortige radikale Veränderung für die Besucher, eröffnet aber eine Debatte über Prioritäten: mehr Innovation bei den Attraktionen, mehr Familienorientierung, mehr Nachhaltigkeit, mehr Integration in die natürliche Umgebung.
Was sollte als Essenz des Parks erhalten bleiben und was muss neu erfunden werden? Wie lässt sich der Charme von Familienausflügen bewahren und gleichzeitig das Angebot modernisieren, damit es mit den großen Freizeitparks rund um die Hauptstadt mithalten kann? Etwas mehr als ein Jahr vor Ablauf der Konzession beginnt ein Countdown, bei dem es nicht nur um Ausschreibungsunterlagen und Ausschreibungen geht, sondern auch darum, welchen Platz der Vergnügungspark in den nächsten Jahrzehnten in der Stadt einnehmen will.