Bei der Bewältigung des auf dem Kreuzfahrtschiff MV Hondius festgestellten Hantavirus-Ausbruchs spielt Madrid eine Schlüsselrolle im spanischen Gesundheitssystem. Vierzehn spanische Staatsbürger, die an Bord waren – 13 Passagiere und ein Besatzungsmitglied, drei davon aus Madrid – werden nach der Landung auf dem Luftwaffenstützpunkt Torrejón de Ardoz repatriiert, untersucht und im Zentralkrankenhaus der Verteidigung Gómez Ulla in präventive Quarantäne gebracht. Die Behörden betonen, dass alle symptomfrei sind und die Situation „unter Kontrolle“ ist, wobei hochspezialisierte Ressourcen in der Hauptstadt bereitstehen.
Das Kreuzfahrtschiff, auf dem Menschen aus 23 Ländern unterwegs sind und auf dem das Hantavirus mindestens drei Todesfälle verursacht hat, wird zunächst im Hafen von Granadilla (Teneriffa) anlegen, einem Industriehafen in der Nähe des Flughafens. Dort wird unter Aufsicht des Auslandsgesundheitsdienstes und der kanarischen Behörden eine erste medizinische Untersuchung der Passagiere durchgeführt, bevor die verschiedenen Rückführungen organisiert werden.
Was die Spanier betrifft, sieht der von den Ministerien für Gesundheit, Verteidigung und Inneres vereinbarte Plan vor, dass sie mit einem medizinisch ausgestatteten Militärflugzeug zum Luftwaffenstützpunkt Torrejón de Ardoz im Henares-Korridor gebracht werden. Von dort werden Spezialteams sie direkt ins Zentralkrankenhaus der Verteidigung Gómez Ulla im Stadtteil Carabanchel überführen, ohne dass sie andere Zwischenstationen durchlaufen. Das erklärte Ziel ist es, jegliches Risiko während der Reise zu minimieren und die Tests sowie eine eventuelle Isolation in einem einzigen Referenzkrankenhaus zu zentralisieren.
Gómez Ulla: das Referenzzentrum in Madrid

Das Gómez Ulla ist das wichtigste Zentrum des Netzwerks der Isolations- und Hochsicherheitsbehandlungseinheiten (UATAN) des Landes: Es verfügt über 8 der 16 Hochsicherheits-Isolationsbetten, die es in Spanien gibt und die für die Behandlung schwerer Infektionskrankheiten mit Übertragungsrisiko ausgelegt sind. Die Gesundheitsministerin Mónica García erklärte, dass das Zentrum über genügend Einzelzimmer, getrennte Wege und geschultes Personal verfügt, um einen Ausbruch wie diesen sicher zu bewältigen.
In Madrid bedeutet das eine Kombination aus Krankenhausprotokollen und der Abstimmung mit dem regionalen öffentlichen Gesundheitssystem. Die Patienten werden spezifischen Tests, einer engen Symptomüberwachung und, falls nötig, unterstützenden Behandlungen unterzogen – und zwar in einer Isolationsumgebung, die den Kontakt zu anderen Patienten und Fachkräften so weit wie möglich einschränkt. Die Gesundheitsbehörden betonen, dass das Risiko für die allgemeine Bevölkerung sehr gering ist, solange diese Maßnahmen aufrechterhalten werden, und erinnern daran, dass das Hantavirus nicht wie Atemwegsviren wie die Grippe oder SARS-CoV-2 über die Luft übertragen wird.
Freiwillige oder obligatorische Quarantäne?
Einer der Punkte, der die meisten Diskussionen ausgelöst hat, ist die Art der Quarantäne, die die 14 Spanier einhalten müssen, sobald sie im Gómez Ulla eintreffen. Verteidigungsministerin Margarita Robles erklärte gestern in einer Stellungnahme, dass die Isolation freiwillig sei und dass jeder Repatriierte eine Einverständniserklärung unterschreiben müsse, da es sich um eine Maßnahme handele, die den Aufenthalt in einem geschlossenen Raum für eine bestimmte Zeit vorsehe.
Gleichzeitig hat das Gesundheitsministerium gewarnt, dass es bereit ist, „alle notwendigen rechtlichen Mittel“ einzusetzen, um die öffentliche Gesundheit zu schützen, falls sich jemand weigern sollte, die medizinischen Anweisungen zu befolgen, oder falls während der Quarantäne neue positive Fälle auftreten sollten. Die spanische Gesetzgebung erlaubt es unter außergewöhnlichen Umständen, unter richterlicher Aufsicht Isolations- oder Kontrollmaßnahmen zu verhängen, wenn eine ernsthafte Gefahr für Dritte besteht – was die Regierung als „letztes Mittel“ bezeichnet.
Derzeit lautet die offizielle Mitteilung, dass die Quarantäne als vorbeugende Maßnahme in Absprache mit den Betroffenen vorgesehen ist, wobei ihre Dauer an den „Tag Null“ der Virusexposition sowie an die klinischen Protokolle und internationalen Empfehlungen angepasst wird.amp.
In der Hauptstadt hält das Madrider Gesundheitsministerium einen Koordinationskanal mit dem Ministerium aufrecht, um die Situation zu beobachten und gegebenenfalls ergänzende Protokolle zur epidemiologischen Überwachung zu aktivieren, falls Sekundärfälle festgestellt werden sollten. Bislang wurden in Madrid keine spezifischen Einschränkungen angekündigt, abgesehen von der Isolierung in Gómez Ulla, und sowohl die Regierung als auch die regionalen Behörden betonen, dass es keinen Grund für Änderungen im Alltag der Bürger gibt.