Madrid und Barcelona stehen im April 2026 an zwei ganz unterschiedlichen Punkten des Mietmarktes: Während die Hauptstadt historische Höchststände erreicht und zur teuersten Stadt Spaniens für Mieter wird, erlebt Barcelona nach Jahren des Anstiegs eine beispiellose Preiskorrektur. Der neueste Bericht von Idealista für den Monat April zeigt einen Trendwechsel, der in Barcelona bereits spürbar ist, in Madrid aber noch nicht angekommen ist.
Laut Idealista stiegen die Mieten in Spanien im April um 5,2 % im Vergleich zum Vorjahr und liegen nun bei 15 Euro pro Quadratmeter – der moderateste jährliche Anstieg seit dem Sommer 2022. Das heißt, der Markt wird zwar weiterhin teurer, aber nicht mehr im zweistelligen Bereich wie in den letzten Jahren.
Barcelona ist die große Ausnahme unter den Hauptstädten: Die Mieten dort sind im letzten Jahr um 7,6 % gefallen, während sie in Madrid weiterhin kräftig steigen, und zwar um 8,6 % im Vergleich zum Vorjahr. Palma, Alicante, Sevilla, Bilbao, Málaga, Valencia oder San Sebastián verzeichnen ebenfalls Anstiege, doch keine dieser Städte weist so hohe Höchststände und einen so starken Aufschwung auf wie Madrid.
Madrid, die neue teuerste Hauptstadt für Mieten

Zum ersten Mal seit langer Zeit überholt Madrid Barcelona als Hauptstadt mit den höchsten Mieten in Spanien. Der Bericht beziffert den Durchschnittspreis in der Stadt auf 23,3 Euro pro Quadratmeter, gegenüber 22 Euro pro Quadratmeter in der katalanischen Hauptstadt.
Umgerechnet auf eine typische 80-Quadratmeter-Wohnung würden wir von Monatsmieten von rund 1.860 Euro in Madrid und etwa 1.760 Euro in Barcelona sprechen, immer basierend auf den Angebotspreisen. Auf Provinzebene wiederholt sich das Muster: Madrid bleibt mit 21,2 Euro pro Quadratmeter die teuerste Provinz für Mieten, gefolgt von den Balearen und, mit etwas Abstand, Barcelona mit 18,6 Euro pro Quadratmeter.
Barcelona senkt die Preise, während der Rest steigt
Die Kehrseite des Berichts ist Barcelona, das auf der spanischen Mietkarte zu einer Seltenheit geworden ist. Es ist neben Tarragona die einzige Hauptstadt, in der Idealista niedrigere Preise als vor einem Jahr feststellt, mit einem Rückgang von 7,6 % gegenüber Anstiegen von bis zu 14 % in Städten wie Pontevedra oder von mehr als 10 % in Huelva, Zamora und Oviedo.
Auf regionaler Ebene ist Katalonien die einzige Region, in der die Mieten im April im Vergleich zum Vorjahr gesunken sind , und zwar um 8,6 %, während sie in der Autonomen Gemeinschaft Madrid um 9 % gestiegen sind. Das Ergebnis ist eine Karte, die fast vollständig von Preisanstiegen geprägt ist, mit Katalonien als bemerkenswerter Ausnahme sowohl auf regionaler Ebene als auch in seiner Hauptstadt.