Madrid hat einen Termin zum Nachdenken, Debattieren und Reflektieren. Vom 18. bis 21. September findet in der Stadt die zweite Ausgabe des Festivals der Ideen statt, eine kostenlose Veranstaltung, die die Straßen und Plätze in Räume für Philosophie, Kunst, Musik und den Austausch von Ideen verwandelt.
Die Veranstaltung, die vom Círculo de Bellas Artes und La Fábrica, einem Unternehmen für Kulturmanagement, organisiert wird, soll Begegnungen und Diskussionen zwischen den Bürgern fördern. An ihr nehmen auch einflussreiche Persönlichkeiten des nationalen und internationalen Denkens teil. Die argentinische Schriftstellerin Camisa Sosa, der Franzose Michel Houellebecq, der Denker Michael Ignatieff und die feministische Philosophin Adriana Cavarero sind nur einige von ihnen.
Das Festival der Ideen, das im vergangenen Jahr bei seiner ersten Ausgabe 10 000 Menschen in vier Tagen zusammenbrachte, kehrt nun mit einem breit gefächerten und multidisziplinären Programm zurück, an dem Künstler wie C. Tangana mitwirken werden. Die wichtigsten Veranstaltungsorte sind die Allianz-Bühne auf der Plaza de España und der Círculo de Bellas Artes. Die Allianz-Bühne ist für Konferenzen, Vorträge, Shows und Konzerte vorgesehen, während der Círculo de Bellas Artes für gemütlichere und besinnlichere Veranstaltungen wie runde Tische und Gespräche genutzt werden soll.
Labyrinthe, Sinne und Nonsens

Das Festival dreht sich um die großen Dilemmata und Widersprüche der Gegenwart. Für die Philosophen Marcela Vélez und Javier Moscoso, die die inhaltliche Leitung innehaben, ist „Labyrinthe, Sinne und Unsinn“ der Slogan, der dies am besten zum Ausdruck bringt.
Sie glauben, dass Labyrinthe in Geschichten, in der Kunst, in der Musik und auch in unserem eigenen Körper vorkommen , durch Fingerabdrücke oder die inneren Strukturen von Organen. All diese Drehungen, Wendungen und Widersprüche sind eine Metapher für die Paradoxien, in denen wir leben. „Sie sind Orte der Gefangenschaft oder der Zuflucht, an denen wir unsere Sehnsüchte nach Befreiung, unsere falschen Befreier und unsere Monster finden“, schreiben sie im Manifest des Festivals.
Mehrere Stimmen

Um diese aktuellen Probleme anzugehen, bringt das Festival der Ideen verschiedene Disziplinen zusammen: Anthropologie, Biologie, Soziologie und Journalismus verbinden sich mit Philosophie in einem breit gefächerten und abwechslungsreichen Programm.
Neben Vorträgen und Gesprächsrunden gibt es Konzerte, Ausstellungen zur bildenden Kunst und Fotografie, Theater- und Musikaufführungen. Es wird sowohl Raum für Performance als auch für Reflexion geben. So wird der britische Kritiker Simon Reynolds am 20. September in La Casa Encendida mit C. Tangana über die Mischung aus Tradition und Experiment in den heutigen Klängen sprechen.
Bei den so genannten Philosophischen Spaziergängen können kleine Gruppen unter der Leitung eines Philosophen durch die Stadt spazieren und dabei über verschiedene Konzepte nachdenken. Dabei werden Räume wie Ortegas Madrid oder das Thyssen-Bornemisza-Museum aus neuen Perspektiven betrachtet.
Andererseits werden an strategischen Plätzen wie dem Callao, dem Sol oder dem Red de San Luis„Speakers Corners„, offene Mikrofone, installiert, an denen sich die Bürger frei äußern können und die kollektive Debatte fördern.
Verbindung von Körper und Geist

Neu in diesem Jahr sind Aktivitäten, die das Denken mit dem Körper und den Händen verbinden, wie z. B. die Yoga-, Tanz- und Meditationsworkshops, die im Allianz-Raum stattfinden werden.
Eine weitere Neuerung ist das generationenübergreifende Treffen mit Vorträgen, die sich an Familien richten, wie z. B. die im CaixaForum stattfindenden Vorträge über Desinformation und Migration. Der Kontakt zu älteren Menschen wird auch durch Gespräche über Enkel und Großeltern gesucht, und es wird eine Speed-Dating-Veranstaltung mit Bewohnern der Madrider Seniorenzentren durchgeführt.
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