Mercadona bereitet sich darauf vor, die Art und Weise, wie wir einkaufen, grundlegend zu verändern. Die Kette hat ihr neues Supermarktmodell „Tienda 9“ vorgestellt, ein effizienteres Format, das in den meisten Abteilungen auf vollständige Selbstbedienung setzt und ab 2026 auch in Madrid eingeführt wird. Die große Neuerung ist, dass die traditionellen bedienten Theken in der Metzgerei, Fischabteilung oder Wurstwarenabteilung verschwinden. Jetzt werden die Produkte bereits geschnitten und auf Tabletts verpackt angeboten, bereit, damit der Kunde sie direkt mitnehmen kann, während die gesamte Arbeit des Schneidens, Kochens und Verpackens in eine interne zentrale Produktionsstätte verlagert wird, die darauf ausgelegt ist, die Produktivität zu steigern und Kosten zu senken.
Das Modell „Tienda 9“ bedeutet den Übergang von einer „geschäftsorientierten“ Verwaltung (jede Abteilung funktioniert fast wie ein Mini-Geschäft innerhalb des Supermarkts) zu einer „prozessorientierten“ Verwaltung, wobei der Fokus eher darauf liegt, wie intern gearbeitet wird, als darauf, wie der Raum nach außen verteilt ist. Für den Kunden bedeutet das einen übersichtlicheren und geradlinigeren Weg durch den Laden, neu organisierte Gänge, weniger Ecken und Kanten und viel mehr Platz für „verzehrfertige“ Produkte, die mehr Raum bekommen, um dem steigenden Konsum von Fertiggerichten gerecht zu werden.
Ein Supermarkt, der immer industrieller wird … und dabei die Kasse nicht aus den Augen verliert

Das Herzstück der Veränderung ist die „zentrale Produktionsstätte“ in jedem Laden, ein Bereich, in dem die Prozesse des Schneidens, Kochens und Verpackens von Frischwaren, die zuvor auf die einzelnen Abteilungen verteilt waren, zusammengeführt werden. Von dort aus werden die Selbstbedienungsregale mit verkaufsfertigen Produkten bestückt, was eine bessere Kontrolle der Schwundmengen, eine Anpassung der Produktion und laut Unternehmensangaben dank einer effizienteren Ressourcenverwaltung eine Senkung des Energieverbrauchs um bis zu 10 % sowie des Wasserverbrauchs um bis zu 40 % ermöglicht.
Paradoxerweise macht Mercadona, während der Laden „im Inneren“ automatisiert wird, vorerst noch nicht den Sprung zu einem 100 % selbstbedienungsbasierten Kassensystem: In den „Tiendas 9“ wird der Gang zur bemannten Kasse weiterhin Vorrang vor den Selbstbedienungskassen haben.
Zeitplan und Einführung in Madrid
Der Präsident von Mercadona, Juan Roig, hat erklärt, dass dieses neue Modell bereits in einem Pilotgeschäft läuft, wo es sich als „produktiver und effizienter“ erwiesen hat. Der Plan für 2026 sieht vor, das „Tienda 9“-Konzept auf 59 Supermärkte in Spanien und Portugal auszuweiten. Dies ist Teil einer Zehnjahresstrategie, die eine Gesamtinvestition von 3,7 Milliarden Euro vorsieht und bis 2033 abgeschlossen sein soll, wenn das gesamte Netzwerk auf das neue Format umgestellt sein wird.
In der Praxis bedeutet das, dass viele Supermärkte zwischen 15 Tagen und einem Monat schließen müssen, um die notwendigen Umbauarbeiten durchzuführen – von der Neugestaltung der Abteilungen bis hin zur Einrichtung des neuen Maschinenraums und der zentralen Produktionsstätte. Obwohl das Unternehmen noch nicht alle Standorte im Detail bekannt gegeben hat, wird ein Teil der Investitionen in die Autonome Gemeinschaft Madrid fließen, wo die Gruppe bereits stark vertreten ist und wo noch in diesem Jahr die Eröffnung und Umgestaltung von Filialen nach dem „Tienda 9“-Modell geplant ist, parallel zu anderen Investitionen wie dem neuen Logistikzentrum in Vallecas.