Madrid bietet diesen Sommer einen neuen Pflichttermin für Liebhaber der „arte jondo“: „Villanos del Flamenco“, die Veranstaltungsreihe, die die Szene von Grund auf aufrütteln und zeigen will, dass Flamenco auch unbequem, unruhig und absolut zeitgemäß sein kann.
Vom 20. Juni bis zum 12. Juli 2026 wird das UMusic Hotel Teatro Albéniz zum Hauptquartier eines Programms, das legendäre Namen, etablierte Talente und neue Perspektiven in nur etwa zwanzig Abenden vereint, die Spuren hinterlassen werden.
Eine Veranstaltungsreihe, die in die Zukunft blickt
Hier wird der Flamenco nicht als Postkartenmotiv oder touristischer Anziehungspunkt verstanden, sondern als lebendige Kunst im ständigen Wandel, die im Dialog mit Jazz, Copla, Reggae oder Singer-Songwriter-Musik stehen kann, ohne auch nur einen Hauch ihrer Identität zu verlieren.
Weit davon entfernt, einen undifferenzierten Konzertmarathon zu veranstalten, ist die Reihe fast wie eine Abfolge unabhängiger Kapitel konzipiert, von denen jedes sein eigenes Universum hat: vom freiesten Gesang von Arcángel über Dialoge mit Miles Davis bis hin zur Erinnerung an Paco de Lucía, dem wilden Tanz von Jesús Carmona oder der abschließenden Hommage an Bob Marley. Diese Struktur ermöglicht es dem Publikum, seinen eigenen Weg zu wählen: Man kann sich für einen ganz bestimmten Abend entscheiden oder sich über die Wochen hinweg ein kleines persönliches Abonnement zusammenstellen, das einem roten Faden folgt (Cantaor, Bailaor, Fusionen).
Die Bösewichte: ein Line-up voller großer Namen

Die Liste der Künstler, die bei „Villanos del Flamenco“ auftreten, erklärt schon für sich, warum diese Veranstaltungsreihe so große Erwartungen geweckt hat. Den Startschuss gibt Arcángel am 20. Juni mit „Hereje“, einer Show, in der er Songs von Künstlern wie Andrés Calamaro, Leiva oder Rozalén aus der Perspektive des Flamenco neu interpretiert und damit beweist, dass man seinen Wurzeln treu bleiben kann, während man zeitgenössischen Pop und Rock neu interpretiert. Es folgen Alfonso Losa und Paula Comitre mit „Alter Ego“, einem Tanzstück zu zweit, das Identität, Reflexe und Dualitäten durch den Körper, das Zapateado und die Gestik erforscht; sowie Tomatito, einer der großen Meister der Flamenco-Gitarre, mit einem Konzert, das sich auf sein bekanntestes Repertoire konzentriert.
Im Julikommt Jesús Carmona mit „Baile de Bestias“, einer körperlich und emotional extremenInszenierung, die ihn als einen der kraftvollsten Tänzer seiner Generation etabliert hat. Chano Domínguez, Antonio Serrano und das El Negrón Trio präsentieren „New Sketches of Spain“, eine Hommage zum hundertsten Geburtstag von Miles Davis, die jene legendäre Verschmelzung von Jazz und spanischem Klang aus heutiger Perspektive neu interpretiert. Außerdem steht „Paco de Lucía: Music for Big Band“ auf dem Programm, unter der Leitung von Alex Conde, das das Universum des Gitarristen auf ein großes Orchester überträgt, sowie „Magnificat“, das Projekt von María Moreno, das sich durch den Tanz mit dem Spirituellen, Liturgischen und Intimen auseinandersetzt.
Der letzte Abschnitt ist der Erinnerung und dem gemeinsamen Feiern gewidmet: eine Hommage an Antonio Canales, eine Schlüsselfigur des modernen Flamenco, und „La última folclórica“, die Show von Laura Gallego, die die Copla als lebendiges Kulturerbe und nicht als Relikt würdigt. Den Abschluss am 12. Juli bildet „El Mundo Flamenco Saluda a Bob Marley“, ein Fest, bei dem Josemi Carmona, Israel Suárez „Piraña“, Alex Conde, Alana Sinkey und Payoh Soul Rebel Flamenco-Rhythmen mit jamaikanischen Wurzeln verbinden und zeigen, dass Duende und Groove Hand in Hand gehen können.