Die Iberische Halbinsel wird zum ersten Mal seit über einem Jahrhundert mitten am Tag wieder in Dunkelheit gehüllt sein. Am 12. August 2026, bei Sonnenuntergang, wird im nördlichen Drittel der Halbinsel eine totale Sonnenfinsternis zu sehen sein – ein astronomisches Phänomen, das Hobbyastronomen normalerweise dazu zwingt, Tausende von Kilometern zu unwirtlichen Orten zu reisen.
César González, Wissenschaftsvermittler am Planetarium von Madrid, erklärt, dass die Mondscheibe gegen 20:30 Uhr die Sonne vollständig verdecken wird. Dieser Effekt entsteht, weil der Mond mit etwa 3.200 Kilometern pro Stunde um die Erde kreist, während sich auch unser Planet dreht. Die schnelle Bewegung beider Himmelskörper wird einen Schatten werfen, der rasend schnell über den Norden und die Mitte Spaniens zieht und so den sogenannten Totalitätsstreifen bildet.
Der Streifen der Totalität in Spanien
Der Mondschatten wird die Sonne in verschiedenen autonomen Regionen vollständig verdecken. Die Totalitätsphase wird in Galicien, Asturien, Kantabrien, Kastilien und León, Navarra und Aragón vollständig zu beobachten sein. Die Bahn des Schattens wird auch Teile von Katalonien, der Region Valencia und der Region Madrid betreffen.
An bestimmten Orten, die genau in der Mitte dieser Bahn liegen, wie zum Beispiel in den Dörfern der Provinzen León, Soria oder Palencia, wird die totale Finsternis eine Minute und 43 Sekunden dauern. Um diese maximale Phase miterleben zu können, raten Experten, dass es sich lohnt, Hunderte von Kilometern ins Innere des Totalitätsstreifens zu fahren.
Während der Phasen der partiellen Sonnenfinsternis sowie in allen Gebieten, die außerhalb des Streifens liegen, in dem der Mond die Sonnenscheibe nicht vollständig verdeckt, ist es unbedingt erforderlich, den Himmel immer mit einer Schutzbrille zu beobachten.