Es gibt eine Lücke in der Literaturgeschichte – wie auch in so vielen anderen Bereichen –, die genau die Form der Frauen hat, die daran beteiligt waren, aber in den Hintergrund gedrängt oder gar komplett ignoriert wurden. Um diese Lücke zu füllen, gibt es zum Glück Initiativen wie die kostenlose Ausstellung in Madrid, die die Rolle der Schriftstellerinnen des Goldenen Zeitalters würdigt.
„Frauen mit Witz. Goldene Federn im Zeitalter der Literatur“, die du im Lope-de-Vega-Hausmuseum (Calle de Cervantes 11) noch bis zum kommenden 13. September besuchen kannst, ist eine Art Wiedergutmachung: Sie macht das Werk von Frauen bekannt, die im literarischen Kanon kaum vorkommen und die in vielen Fällen außerhalb der akademischen Welt fast unbekannt sind.
Diese Unkenntnis und die verwehrte Chance, zu ihrer Zeit Anerkennung zu erlangen , wird darauf zurückgeführt , dass Schriftstellerinnen im 16. und 17. Jahrhundert praktisch keine Möglichkeit hatten, ihre Werke zu veröffentlichen: Ihr kreativer Bereich blieb in vielen Fällen auf den häuslichen Bereich beschränkt.
Die promovierte Professorin für spanische Literatur Esther Borrego Gutiérrez hat die Ausstellung kuratiert, um „der Öffentlichkeit durch Bilder und Texte die Gesichter dieser vergessenen Frauen, ihre Bücher, ihre Manuskripte, ihre Unterschriften und ihre Lebensräume anhand von Objekten oder Texten näherzubringen“.
Der Palast, das Haus, der Kreuzgang

Die Ausstellung gliedert sich in drei Schwerpunkte, die den drei Bereichen entsprechen, in denen Frauen jener Zeit ihr schriftstellerisches Schaffen entfalten konnten: am Hof, im häuslichen Umfeld und im Kloster.
Im Mittelpunkt stehen dabei Frauen unterschiedlichster Herkunft und aus ganz verschiedenen Milieus: von Königinnen, die eine herausragende Rolle bei der Förderung von Literatur und Kultur spielten – wie Isabella die Katholische, die sich mit gebildeten Frauen wie Beatriz Galindo oder Lucía de Medrano umgab –, bis hin zu erfolgreichen Autorinnen der damaligen Theatergruppen oder Ordensfrauen wie der Heiligen Teresa von Ávila, der ersten spanischen Schriftstellerin, die im literarischen Kanon anerkannt wurde.
Zu den Schriftstellerinnen des Goldenen Zeitalters, die in dieser Ausstellung vertreten sind , gehören Luisa Sigea, Olivia Sabuco, María de Guevara, Ana Caro Mallén, Feliciana Enríquez de Guzmán, María de Zayas, Teresa de Jesús und Lope de Vegas eigene Tochter, Marcela de San Félix.
Öffnungszeiten der Ausstellung
Die Ausstellung „Frauen mit Witz. Goldene Federn im Zeitalter der Literatur“ kannst du dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr besuchen. Montags ist das Museum geschlossen.