Die Faszination für die japanische Kultur kann aus vielen Blickwinkeln betrachtet und erklärt werden: von der Gastronomie über die Bräuche bis hin zum Briefpapier und natürlich auch zur Kunst. Eine der Ausdrucksformen, für die Japan in diesem Bereich besonders bekannt ist, ist die Gravur, und jetzt zeigt eine Ausstellung in Madrid über 70 Werke, die mit dieser Technik aus der Blütezeit dieser Kunst gemacht wurden.
Alle stammen aus der Sammlung Pasamar-Onila, die in unserem Land sowohl wegen ihrer Qualität als auch wegen der Vielfalt ihrer Drucke des Genres bijin-ga, „Bilder schöner Frauen”, einzigartig ist. Sie sind Beispiele für klassische Meister dieser Blütezeit, die zwischen dem letzten Drittel des 18. Jahrhunderts und der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts liegt.
Unter den Künstlern, die in der Ausstellung vertreten sind, gibt es so bekannte Namen wie Katsushika Hokusai – weithin bekannt für Die große Welle von Kanagawa –und andere, die es verdienen, bekannter zu sein, wie die erste japanische Frau, die als Künstlerin Ruhm und Anerkennung erlangte: Uemura Shoen.
Diese Bilder, auf denen Frauen die Hauptrolle spielten, waren – zusammen mit denen von Kabuki-Schauspielern, einer Form des traditionellen japanischen Theaters – die beliebtesten des Ukiyo-e, einem Genre der Holzschnittkunst, das wörtlich übersetzt „Bilder der fließenden Welt” bedeutet und dessen Themen Landschaft, städtisches Leben und Vergnügen waren.
Von Reisen und häuslichen Szenen bis hin zu erotischen Drucken

Obwohl Bijin-ga den Fokus vor allem auf hochrangige Kurtisanen legte – insbesondere auf die Oiran aus dem Stadtteil Yoshiwara in Edo –, zeigen sie auch Frauen, die ihren alltäglichen Aktivitäten nachgehen, im häuslichen Bereich oder auf Reisen zu so ikonischen Orten wie dem Berg Fuji, dem Fluss Sumida oder der Insel Enoshima.
Im Gegensatz zu diesen Szenen entstand jedoch ein anderes Genre namens Shunga – „Bilder des Frühlings“ –: erotische Drucke mit sexuell expliziten Szenen. Ihre Beliebtheit war so groß, dass sie nicht nur verkauft, sondern aufgrund ihres hohen Preises auch vermietet wurden.
Außerdem war es üblich, solche Drucke zu verschenken, dasie „als Glücksbringer galten”, wie die Königliche Akademie der Schönen Künste von San Fernando (Calle de Alcalá, 13) sagt, wo man die Ausstellung sehen kann.
Termine, Preis und Öffnungszeiten der Ausstellung

Die Ausstellung kann vom 12. Februar bis zum 31. Mai 2026 besucht werden, und der Eintrittspreis liegt zwischen 6 € (Normalpreis) und 3 € (ermäßigter Preis) – es gibt sogar Gruppen, die sie kostenlos besuchen können. Die Details findest du unter diesem Link.
Die Öffnungszeiten sind wie folgt:
- Dienstag bis Samstag: 10 bis 19 Uhr.
- Sonntags: von 10 bis 15 Uhr.
- Geschlossen: montags und am 1. und 30. Mai.