Ende April stellte der Bürgermeister, José Luis Martínez Almeida, das vor, was in seinen Worten „der beste und größte Freizeit-, Bildungs- und Sportkomplex Europas“ werden sollte. Nun hat Live Nation über soziale Medien bekannt gegeben, dass der Name der Konzerthalle „Madrid Arena“ lauten soll, was eine neue Debatte über dieses Vorhaben ausgelöst hat. Hinzu kommt, dass das Projekt das Gespenst des alten Olympischen Schwimmzentrums neben dem Metropolitano wiederbelebt hat – dank einer 75-jährigen Konzession, die den Bau einer Mega-Arena mit mehr als 20.000 Plätzen, eines Universitätscampus und eines großen Sportzentrums ermöglicht.
Die Stadtverwaltung hat der Gesellschaft Barsento (Atlético de Madrid, Live Nation und OVG) die Nutzung des städtischen Grundstücks des ehemaligen Wasserzentrums mit einer Fläche von fast 67.000 Quadratmetern und einer bebaubaren Fläche von rund 90.000 m² im Rahmen eines öffentlich-privaten Konzessionsmodells bis etwa 2100 übertragen. Die geplante Investition liegt zwischen 360 und über 400 Millionen Euro, wobei der Schwerpunkt auf der überdachten Veranstaltungshalle liegt, und die Stadtverwaltung geht davon aus, dass das Projekt während der Laufzeit der Konzession Einnahmen in Millionenhöhe für die Stadt generieren wird.
Wiederverwendung des „olympischen Skeletts“

Der neue Komplex soll auf der unfertigen Struktur des Wasserzentrums des gescheiterten olympischen Traums entstehen, einem Bauvorhaben, das bereits fast 100 Millionen Euro verschlungen hatte und seit über einem Jahrzehnt als Symbol der Verwahrlosung in San Blas-Canillejas stand. Mit der Umwandlung in eine Arena, einen Campus und Sportanlagen soll diese städtische Brachfläche in einen permanenten Aktivitätspol verwandelt werden, der mit der sogenannten „Ciudad del Deporte“ von Atlético verbunden ist.
Das Herzstück des Projekts wird eine große Indoor-Arena mit mehr als 20.000 Zuschauern sein, die speziell für große internationale Tourneen und Shows konzipiert wurde und Madrid in den europäischen Kreis der großen Indoor-Veranstaltungsorte bringen sowie de facto mit der Movistar Arena konkurrieren soll. Um sie herum entstehen ein Campus der Universität Alfonso X el Sabio für rund 2.300 Studierende und ein GOfit-Sportzentrum für bis zu 9.000 Nutzer, wodurch sich das Metropolitano-Viertel als neues Ganzjahresziel für Freizeit, Bildung und Sport etabliert.
Kontroverse um den Namen und öffentliche Debatte
Live Nation hat begonnen, die zukünftige Halle als „Madrid Arena“ zu bewerben – eine Marke, die bereits der Stadtverwaltung für das derzeitige Gelände der Casa de Campo gehört, das mit einem tragischen Unfall verbunden ist, bei dem 2012 drei Menschen bei einer Veranstaltung ums Leben kamen. Dies hat eine rechtliche und politische Debatte über die Verwendung des Namens und die Kommunikation des Projekts ausgelöst.
Das Ausmaß der Investition, die lange Laufzeit der Konzession und die Übertragung eines wichtigen kommunalen Vermögenswerts an einen privaten Betreiber haben auch eine Debatte über das Stadtmodell, die Bedeutung des Veranstaltungstourismus und die Verteilung der künftigen wirtschaftlichen Gewinne ausgelöst.