Unsere Städte sind keine leblosen Kulissen: Die Stadtlandschaft erzählt immer eine Geschichte. Eine Auseinandersetzung mit den Straßen und Gebäuden bedeutet zwangsläufig auch, zu berücksichtigen, dass diese Räume das Ergebnis menschlichen Handelns sind und Schauplätze unseres Alltags sowie unseres kollektiven Gedächtnisses. Das zeigt die Ausstellung „Madrid im Umbruch, 1940–1985“, die du vom 18. Juni bis zum 22. September dieses Jahres kostenlos im Kulturzentrum El Águila besuchen kannst.
Die Ausstellung wurde von Carolina Aguado und Guillermo Enríquez de Salamanca in Auftrag gegeben und von der Untergeneraldirektion für historisches Kulturerbe organisiert. In einem Werbevideo hat Aguado ihre Absicht zum Ausdruck gebracht, dass Besucher der Ausstellung „Madrid im Umbruch, 1940–1985“ in den ausgestellten Fotos„Elementefinden, in denen sie sich als Person, als Gemeinschaft oder als Familie wiedererkennen“, und darauf hingewiesen, dass„die Landschaft eine identitätsstiftende Komponente hat“.
Die Fotos werden zudem von Zitaten aus Film und Literatur begleitet und stammen aus verschiedenen Institutionen, wie dem Instituto del Patrimonio Cultural de España, dem Museo de Historia de Madrid oder der Nachrichtenagentur EFE. Der Großteil der Bilder stammt von Fotografen wie Juan Pardo Barrero, Otto Wunderlich oder Martín Santos Yubero, die die soziale Realität Spaniens in einigen der schwierigsten Epochen unserer jüngeren Geschichte dokumentiert haben.
Eine visuelle Geschichte aus Trümmern, Baracken und städtischer Ausdehnung

Der von der Ausstellung vorgeschlagene Rundgang beginnt mit dem Madrid der Nachkriegszeit, einer Stadt, die von Barrikaden, Schützengräben und Trümmern durchzogen war. Während des Krieges wurde die Hauptstadt durch Bombenangriffe der aufständischen Armee und ihrer Verbündeten verwüstet, die Hunderte von öffentlichen Gebäuden und Denkmälern zerstörten oder schwer beschädigten.
Aus den Trümmern heraus bahnt sich „Madrid en construcción, 1940–1985“ seinen Weg und greift die visuelle Geschichte der Zerstörung, des Wiederaufbaus und des Wandels der Hauptstadt sowie der Madrider Gesellschaft auf. Diese architektonische und menschliche Erzählung der Stadt endet – zumindest was diese Ausstellung betrifft – im Jahr 1985, als die Autonome Gemeinschaft Madrid als Verwaltungsorgan ins Leben gerufen wurde.
Die Ausstellung beleuchtet zudem die architektonischen Meilensteine Madrids in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts: das Gebäude „Torres Blancas“, den „Pabellón de los Hexágonos“, das „Bernabéu“… Dabei wird aber auch das einfache Madrid nicht außer Acht gelassen – die Vororte und Siedlungen wie die von Jaime el Conquistador im heutigen Stadtteil Legazpi, wo Tausende von Einwandererfamilien in selbstgebauten Hütten lebten.
Letztendlich ist die Geschichte der Stadtplanung in Madrid auch die Geschichte des Kampfes um die Umsetzung der Forderungen der Bewohner dieser Vororte, wie zum Beispiel im Stadtteil Orcasitas. Die Ausstellung zeigt visuelle Zeugnisse der städtischen Eingliederung des ländlichen Raums und der Vororte und lädt dazu ein, an die Menschen zu erinnern, die dort lebten und darum kämpften, sich in diesen Räumen einen Platz zu schaffen.
Ort und Öffnungszeiten der Ausstellung

Die Ausstellung „Madrid im Umbruch, 1940–1985“ ist vom 18. bis zum 22. September im Saal Cristóbal Portillo des Kulturzentrums El Águila (Calle Ramírez de Prado 3, U-Bahn-Station Delicias) zu sehen. Öffnungszeiten:
- Montags bis samstags von 10:00 bis 14:00 Uhr und von 16:00 bis 20:00 Uhr.
- Sonntags und an Feiertagen von 10:00 bis 14:00 Uhr.
Außerdem kannst du dir einen Platz bei den (ebenfalls kostenlosen) Führungen reservieren:
- Für Erwachsene: freitags um 19:00 Uhr, samstags um 11:00, 18:00 und 19:00 Uhr sowie sonntags um 10:00, 11:00 und 12:00 Uhr.
- Führungen mit den Kuratoren: 23. und 24. Juni um 18:00 Uhr sowie am 11. und 18. September um 18:00 Uhr.
- In Gebärdensprache: 26. Juni um 19:00 Uhr.