Großprojekte tauchen von Zeit zu Zeit wieder in der Madrider Öffentlichkeit auf; das Riesenrad hatte schon verschiedene Standorte und Formen, jetzt gibt es einen konkreten Vorschlag von einem Architekturbüro. Das Projekt wurde ursprünglich im Enrique-Tierno-Galván-Park in Arganzuela geplant, wo sogar eine geotechnische Studie in Auftrag gegeben wurde, die die technische Machbarkeit des Geländes bestätigte.
Der heftige Widerstand der Anwohner und die Debatte über die Privatisierung eines Teils dieses Parks ließen diesen Standort schließlich in den Hintergrund treten, sodass die Stadtverwaltung den Plan auf Eis legte und die Projektentwickler begannen, nach Alternativen zu suchen. Der neueste Vorschlag der Grupo Rubio sieht vor, das Riesenrad auf das Gelände von Madrid Nuevo Norte zu verlegen, auf ein städtisches Grundstück, auf dem sich heute die EMT-Depots in Fuencarral befinden, direkt gegenüber dem Krankenhaus La Paz und ganz in der Nähe der Hochhausgruppe im Norden.
Wie würde das höchste Riesenrad der Welt aussehen?

Das geplante Riesenrad würde eine Höhe von 260,4 Metern erreichen, was einem Gebäude mit etwa 62 Stockwerken entspricht, und damit sowohl die aktuellen Madrider Hochhäuser als auch das Riesenrad in Dubai übertreffen, das derzeit den Weltrekord hält. Es wäre kein klassisches Riesenrad wie das London Eye, sondern eine vertikale, elliptische Konstruktion: Auf jeder Seite würden Panorama-Gondeln auf- und abfahren, die in einem zentralen Bereich anhalten würden – einem mehrstöckigen Aussichtsplattform mit einer Fläche, die etwa der eines Tennisplatzes entspricht.
Dieser zentrale Baukörper würde Aussichtsplattformen, Restaurants und Geschäfte beherbergen, während der Sockel als Freizeitbereich mit Terrassen, Geschäften und Aufenthaltszonen konzipiert ist – alles integriert in ein sehr auffälliges Design mit einer nächtlichen Beleuchtung, die von weiten Teilen der Stadt aus sichtbar ist.
Wie viel würde es kosten und wer bezahlt es?
Die genannten Zahlen sprechen von einer Investition in Höhe von rund 250–300 Millionen Euro, die vollständig aus privaten Mitteln finanziert werden soll, ohne direkte Kosten für die Stadtkasse, wie sowohl die Bauträger als auch einige Wirtschaftsverbände betonen.
Das Projekt, das vom Architekten Carlos Rubio und einer Investorengruppe vorangetrieben wird, die sich vorerst lieber im Hintergrund hält, präsentiert sich als große Freizeitinfrastruktur, die Hunderte direkter und indirekter Arbeitsplätze schaffen und jährlich Millionen von Besuchern anziehen könnte. Aus dem Umfeld von Madrid Foro Empresarial wird zudem argumentiert, dass das Riesenrad zu einem Motor für die Dezentralisierung des Tourismus werden könnte, indem es einen Teil des Besucherstroms, der sich heute auf die Altstadt konzentriert, in den Norden lenkt.
Bislang handelt es sich um einen Vorschlag, der der Stadtverwaltung offiziell vorgelegt wurde, der aber noch mehrere Hürden nehmen muss: genaue Festlegung des Grundstücks, städtebauliche Genehmigungsverfahren, Umweltverträglichkeitsprüfungen, öffentliche Ausschreibungen für die Vergabe des Grundstücks und vor allem die politische und nachbarschaftliche Debatte, die ein Projekt dieser Größenordnung begleiten wird. Die Bauträger betonen, dass sie, sollte Madrid den Schritt nicht vollziehen, Alternativen in anderen spanischen Städten oder sogar im Ausland prüfen werden.