Das riesige Parkplatzprojekt am Santiago Bernabéu, das eigentlich eines der wichtigsten Elemente der Erneuerung des Viertels werden sollte, hat einen herben Rückschlag vor Gericht erlitten. Ein Urteil des Obersten Gerichtshofs von Madrid hat den Plan für die Parkplätze rund um das Stadion in Frage gestellt – sowohl wegen der städtebaulichen Einbindung als auch wegen der Auswirkungen auf die Umgebung – und das Projekt in der Schwebe gelassen, gerade jetzt, wo die Stadt schon unter einem historischen Mobilitätsstress leidet wegen der U-Bahn-Bauarbeiten an der Station Santiago Bernabéu und der Sperrung der Linie 10 mitten auf der Nordachse.
Die Parkplätze am Bernabéu wurden als Lösung für das Verkehrschaos präsentiert, unter dem das Viertel an Spiel- und Konzerttagen leidet: große Parkhäuser, die an den neuen weißen Koloss angeschlossen sind, mit besser durchdachten Zufahrten und dem Versprechen, Ordnung zu schaffen statt des doppelten Parkens und der Überfüllung der Gehwege.
Das Urteil des Obersten Gerichtshofs von Madrid hat diesem Vorhaben einen Riegel vorgeschoben, indem es die Planung und die Genehmigungen, die dem Vorhaben zugrunde lagen, in Frage stellte und eine Neugestaltung des Projekts erzwingt, das in der Form, wie es genehmigt wurde, nicht mehr als sicher angesehen werden kann. Das Urteil eröffnet nicht nur eine juristische Front für die Stadtverwaltung und den Verein, sondern bestärkt auch die Anwohner, die seit Jahren warnen, dass ein riesiger Parkplatzmagnet neben dem Stadion den Verkehr nicht verringert, sondern verschlimmert.
Ein überlastetes Umfeld ohne das versprochene „Entlastungsventil“
Das Paradoxon ist offensichtlich: Das Bernabéu präsentiert sich bereits in neuem Glanz, verzeichnet immer mehr Veranstaltungen und Besucher, doch das Parkplatzsystem, das diese Umgestaltung begleiten sollte, ist blockiert.
In der Praxis führt jedes große Ereignis zu den gleichen Szenen wie immer – oder noch schlimmeren: Autos, die minutenlang im Kreis fahren, verstopfte Straßen, eingeschlossene Anwohner und ein öffentlicher Raum, der sich der Logik des Privatfahrzeugs beugt. Das Urteil des TSJM verkompliziert die Situation noch weiter, weil es dazu zwingt, zumindest teilweise neu zu überdenken, wie und wo gebaut werden darf, unter welchen Bedingungen und mit welcher Begründung des Allgemeininteresses, was die Fristen verlängert und Zweifel am zugrunde liegenden Modell sät.
Die andere große Herausforderung: die U-Bahn-Bauarbeiten und die Sperrung der Linie 10

Während das Parkhaus vor Gericht landet,sorgen die Bauarbeiten an der Station Santiago Bernabéu für zusätzlichen Druck: Sie haben zur vorübergehenden Sperrung der Linie 10 an diesem strategisch wichtigen Punkt im Norden Madrids geführt.
Die Station, die gerade umgebaut und erweitert wird, um dem neuen Fahrgastaufkommen gerecht zu werden, das das Stadion und sein Einkaufsviertel generieren, hat dazu geführt, dass täglich Tausende von Fahrgästen auf alternative Stationen (wie Nuevos Ministerios, Cuzco oder Plaza de Castilla) umgeleitet werden mussten und dass Buslinien und Verbindungen auf der Straße verstärkt wurden.
Das Ergebnis ist ein komplexer Mix aus geringerer Aufnahmekapazität des öffentlichen Nahverkehrs genau an dem Knotenpunkt, der sie am dringendsten braucht, Bauarbeiten über und unter der Erde und einem Vorzeigeparkhaus, das vor Gericht feststeckt. Für viele Nutzer fühlt es sich so an, als befände sich das Bernabéu in permanenter Bauphase … und die Mobilität in der Gegend ebenfalls.
Anwohner zwischen Urteil und Bauarbeiten
Die Anwohner in der Umgebung erleben diese doppelte Belastung hautnah. Einerseits freuen sie sich, dass die Justiz einen Teil ihrer Argumente zu den Auswirkungen der Parkplätze und der Notwendigkeit, zu überdenken, wie viele Autos das Viertel tatsächlich aufnehmen kann, ohne zusammenzubrechen, berücksichtigt hat.
Andererseits leiden sie täglich unter den Folgen eines Modells im Wandel: gesperrte Stationen, überlastete Knotenpunkte, längere Fahrzeiten in der U-Bahn und ein Straßenverkehr, der ohne gut durchdachte neue Infrastruktur weiterhin die Wohnstraßen erobert.