Weniger als eine Stunde von Madrid entfernt gibt es einen Ort, an dem der Sommer nach Schatten, Kühle und Waldstille schmeckt: der Bosque de la Herrería, am Fuße des Klosters El Escorial. Er ist eine riesige, kostenlos zugängliche grüne Lunge, die vom Nationalen Kulturerbe geschützt wird und Teil des Natura-2000-Netzwerks ist. Er steht anderen großen Parks der Region in nichts nach, bietet aber Eichen, Kastanienbäume und fotogene Wiesen.
Der Wald von La Herrería liegt im Gemeindegebiet von San Lorenzo de El Escorial, im Schutz der Machotas und ganz in der Nähe des Königlichen Klosters, das von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Er diente jahrhundertelang als Jagdrevier und Obstgartengebiet der Krone und ist deshalb als atlantischer Wald von außergewöhnlichem landschaftlichem und ökologischem Wert innerhalb der Autonomen Gemeinschaft Madrid erhalten geblieben.
Eine echte Oase der Frische

Wenn der Retiro die große städtische „grüne Lunge“ Madrids ist, dann ist die Herrería ihre Version in den Bergen: ein bewaldetes Tal, in dem die Temperatur um mehrere Grad niedriger ist als in der Hauptstadt und in dem vor allem Vogelgezwitscher und das Plätschern der Bäche zu hören sind. Die Wanderwege schlängeln sich zwischen Kastanien, Eichen, Eschen und großen, mit Moos und Flechten bewachsenen Felsen hindurch, mit Weideflächen, auf denen die Sonne durch die Baumkronen scheint, und schattigeren Ecken, die sich ideal für ein Picknick eignen.
Diese Mischung aus dichtem Schatten und offenen Lichtungen macht den Waldan heißen Tagen zu einembesonders willkommenen Ausflugsziel. Der Temperaturunterschied ist schon beim Aussteigen aus dem Auto aus Madrid spürbar, denn die Luft ist feuchter und kühler, besonders in den frühen Morgenstunden und am späten Nachmittag. Es ist buchstäblich ein Tapetenwechsel in weniger als einer Stunde Fahrtzeit.
Was man unternehmen kann: Wanderwege, Aussichtspunkte und Kapellen
Der Wald von La Herrería eignet sich perfekt für einfache Wanderrouten, von denen viele auch für Kinder geeignet sind. Eine der beliebtesten verbindet den Wald mit der „Silla de Felipe II“ und der Kapelle „Virgen de Gracia“.
- Die Route „Silla de Felipe II“ ist etwa 4 km lang (hin und zurück), dauert bei gemächlichem Tempo etwa 3 Stunden und verbindet Wald, Geschichte und spektakuläre Ausblicke auf das Kloster vom berühmten Aussichtspunkt aus Granit, von dem aus der König der Überlieferung zufolge die Bauarbeiten beaufsichtigte.
- Eine weitere Möglichkeit ist, der Beschilderung des GR-10 zu folgen, der durch den Wald führt und es dir ermöglicht, den Spaziergang in Richtung Castañar oder zum Gebiet der Fuente de la Reina zu verlängern, mit jahrhundertealten Eschen und sehr fotogenen Ecken.
Auf der Strecke gibt es Sehenswürdigkeiten wie die Kapelle „Virgen de Gracia“, den Rastplatz „Fuente de la Reina“ oder kleine Bäche, in denen man sich erfrischen kann (allerdings nicht baden, da es kein zugelassenes Badegebiet ist). All das in einer sehr gut erhaltenen Umgebung, dank der Zufahrtsbeschränkungen für Fahrzeuge auf einem Großteil der Wege.
Anfahrt von Madrid aus
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichst du ihn mit der Cercanías (Linie C-3a bis El Escorial) und kannst dann zu Fuß gehen oder einen lokalen Bus zum Klostergelände nehmen und von dort aus auf die Wanderwege gelangen. Um den Tag aber richtig zu genießen und dich frei bewegen zu können, ist das Auto die bequemste Option.
Der Eintritt in den Bosque de la Herrería ist kostenlos: Es gibt weder Zäune noch Kassen, nur Beschilderung und ein paar Informationstafeln, aber man muss die Regeln eines Naturschutzgebiets beachten (kein Feuer machen, keinen Müll zurücklassen, in sensiblen Bereichen die markierten Wege nicht verlassen).