Rosalía gab am Montag das erste ihrer vier Konzerte in Madrid im Rahmen der LUX Tour. Es war ein Abend, an dem nicht nur die Musik und die Show auf der Bühne glänzten, sondern auch die emotionale Rede, die sie kurz vor der Darbietung von „Mio Cristo piange diamanti“ hielt und in der sie über ihre Verbindung zur Hauptstadt durch einen ganz besonderen Ort sprach: Casa Patas.
„Guten Abend, Madrid. Wie geht es euch heute Abend? Ich bin sehr glücklich, hier zu sein. […] Seit mehr als einem Jahrzehnt komme ich hierher nach Madrid, und es ist eine Stadt, die ich sehr liebe und an die ich viele Erinnerungen habe. Tatsächlich bin ich einmal hierhergekommen, um im Casa Patas zu singen, und ich erinnere mich, dass ich dort den Duende gespürt habe, wie an keinem anderen Ort. […] Wie das Leben so spielt, das ist schon sehr beeindruckend“, sagte sie sichtlich bewegt.
Dieser Auftritt damals im Jahr 2016 hat die Künstlerin besonders geprägt, und auch 10 Jahre später erinnert sie sich noch mit großer Rührung daran. Das tut sie jedes Mal, wenn sie an ihren Auftritt in einem der legendärsten Flamenco-Tempel der Hauptstadt zurückdenkt.
Rosalías Konzert im Casa Patas
Ein Beweis dafür ist ein Interview, das auf La 2 von TVE ausgestrahlt wurde, in dem der Flamencosänger Miguel Poveda sie Folgendes fragte: „Erzähl uns doch mal, Rosalía, welche Gefühle du hattest, als du diesen legendären Ort in Madrid, das Casa Patas, betreten hast.“„Als ich dort auftrat“, antwortet sie, „war das meiner Meinung nach der Moment, in dem ich mich bei einem Konzert am ungezwungensten und am meisten verbunden gefühlt habe.“
„Es war so einschüchternd, an einem Ort wie diesem zu singen, dass ich mir sagte : ‚Ich werde vergessen, dass ich hier bin, denn wenn ich weiter darüber nachdenke, was das für mich bedeutet…‘“, „Du hättest nicht singen können“, ergänzt Poveda. „Unmöglich. Also hat mir das Vergessen geholfen, es einfach geschehen zu lassen.“
Das Gefühl war gegenseitig, wie in einem Beitrag geschrieben stand: „Rosalía trat 2016 zusammen mit Raúl Refree im Saal García Lorca der Fundación Casa Patas auf. Diejenigen von uns, die an diesem Abend dabei waren, werden ihn nie vergessen. Und sie auch nicht.“
Ein Tablao, das nach COVID-19 verschwunden ist

Casa Patas war einer der Flamenco-Clubs in Madrid, der in den Monaten nach dem Ausbruch von COVID-19endgültig seine Türen schloss, so wie es später auch dem Candela erging (wenn auch aus anderen Gründen), nach mehr als drei Jahrzehnten im Dienste des Flamenco.
Auf dieser Bühne standen schon Künstler vom Kaliber eines Camarón de la Isla, Diego „El Cigala“, José Mercé, Paco de Lucía, Sara Baras, Joaquín Cortes, Miguel Poveda selbst, Niña Pastori oder Tomatito.