Hinter jedem großen Museum (wie hinter jedem großen Mann) steht eine große Frau. Oder zumindest trifft das auf das Sorolla-Museum zu, das dank Clotilde García del Castillo gegründet wurde – der Witwe und Verwalterin des Werks des berühmten valencianischen Malers.
Clotilde war nicht nur Sorollas Ehefrau und Muse (der der Maler Tausende von Liebesbriefen und leidenschaftliche Bekenntnisse wie „Du bist mein Fleisch, meine Liebe und mein Verstand“ widmete), sondern auch die Verwalterin des Werks ihres Mannes.

Die Verbreitung von Sorollas Gemälden und seine Anerkennung außerhalb Spaniens waren nicht nur dem Talent des valencianischen Malers zu verdanken – mit seiner Fähigkeit, das Licht in äußerst lebendigen Pinselstrichen einzufangen –, sondern auch Clotildes Arbeit als Verwalterin seines künstlerischen Schaffens (diese vielleicht weniger glamouröse, aber nicht weniger wichtige Facette der Arbeit eines professionellen Künstlers).
Clotilde war für die Korrespondenz ihres Mannes sowie für den Versand seiner Werke sowohl innerhalb Spaniens als auch ins Ausland verantwortlich. Archer Milton Huntington, ein dem Ehepaar nahestehender Mäzen und Philanthrop, sagte über Sorolla und Clotilde: „Ohne sie hätte er sicherlich nicht das erreicht, was er erreicht hat.“
Das Testament, das die Gründung des Sorolla-Museums ermöglichte

Im Jahr 1920, während er die Sängerin Mabel Rick im Garten seines Hauses in Madrid porträtierte, erlitt Sorolla im Alter von nur 57 Jahren einen Schlaganfall und malte nie wieder. Er starb drei Jahre später, während Clotilde bis zum 5. Januar 1929 lebte. Zuvor hatte sie allerdings dafür gesorgt, dass die Arbeit, die sie als Verwalterin des Nachlasses ihres Mannes begonnen hatte, nach seinem Tod nicht unterbrochen würde.
In ihrem Testament vermachte Clotilde dem spanischen Staat die ihr gehörenden Sammlungen sowie das Haus in Chamberí, in dem die Familie Sorolla-García seit 1911 gelebt hatte und das das Atelier des Malers beherbergt hatte (neben einem von Sorolla selbst entworfenen Garten).
Ihr Wunsch war es, dass daraus ein Museum zum Gedenken an ihren Mann entstehen sollte, das schließlich 1932 unter der Leitung von Joaquín Sorolla y García, dem mittleren Sohn des Ehepaars, eröffnet wurde.
Das Hausmuseum wird seit Oktober 2024 renoviert und bleibt bis auf Weiteres für die Öffentlichkeit geschlossen, allerdings kannst du heute kostenlos den Erweiterungsbau des Museums besuchen, der neue Ausstellungsräume, einen Hörsaal und eine Restaurierungswerkstatt umfasst.