Es ist mehr als vierzig Jahre her , seit zuletzt ein Formel-Rennwagen in Madrid an den Start ging. Der weit zurückliegende Jahrgang 1981 auf der Rennstrecke von Jarama macht nun Platz für ein Projekt, das die Hauptstadt ins weltweite Zentrum des Motorsports rückt: der Madring Circuit. Vom 11. bis 13. September treffen sich die besten Fahrer der Welt in Madrid, um sich auf dieser neuen Strecke zu messen. Doch das Auftauchen dieses neuen Austragungsorts hat bei den Fans viele Zweifel an der Zukunft von Montmeló und dem Verbleib der klassischen katalanischen Rennstrecke in der Meisterschaft geweckt.
11 September 2026 10:00
Spanien holt einen Doppelsieg im Kalender 2026
Zur Beruhigung der eingefleischten Fans hat die Aufnahme Madrids nicht zum sofortigen Ausscheiden Kataloniens geführt. Tatsächlich hat Spanien in diesem Jahr – zum ersten Mal seit 2012 – zwei Formel-1®-Rennen ausgerichtet. Im vergangenen Juni fand auf dem Asphalt von Montmeló das traditionelle Rennen statt, was die vorübergehende Koexistenz beider Strecken bestätigt.

Jetzt ist die Hauptstadt an der Reihe. Der Große Preis von Spanien 2026 findet im September statt und bildet den Abschluss der Europa-Tour der Meisterschaft. Auf der Startaufstellung versammeln sich Größen wie Max Verstappen, Charles Leclerc, Lando Norris, Fernando Alonso oder Carlos Sainz, der vor heimischem Publikum und unterstützt von seiner eigenen Tribüne an den Start gehen wird.
Was wird nun aus Montmeló?
Die große Ungewissheit, die seit der Bekanntgabe der Vereinbarung mit Madrid (gültig bis 2035) über dem Fahrerlager schwebte, war , ob die Strecke in Barcelona endgültig von der Landkarte verschwinden würde. Die gefundene Lösung ist ein Wechselmodell – eine Option, die zwar immer häufiger vorkommt, in der jüngeren Geschichte des Rennsports in unserem Land aber bisher beispiellos ist.
Auch wenn das katalanische Rennen nicht mehr jedes Jahr stattfinden wird (was seit 1991 der Fall war), hat sich die Rennstrecke von Montmeló damit ihren Platz im F1®-Kalender bis 2032 gesichert. Ab 2026 wird die Rennstrecke das Rennen nur noch in geraden Jahren (2028, 2030 und 2032) ausrichten. In den ungeraden Saisons (2027, 2029 und 2031) wird die Meisterschaft nach Belgien verlegt, wo auf der Rennstrecke von Spa-Francorchamps gefahren wird.

Außerdem gibt Montmeló im Rahmen dieser neuen Etappe den nationalen Namen an Madrid ab und heißt fortan offiziell „Großer Preis von Barcelona-Katalonien“.
Madring Circuit: Überhöhte Kurven, 320 km/h und Michelin-Sterne-Gerichte
Da die Zukunft von Montmeló nun klar ist, richten sich alle Blicke auf den neuen Madring Circuit. Die im semi-städtischen Format rund um das IFEMA-Gelände und einen Teil von Valdebebas entworfene Strecke ist 5,47 Kilometer lang, hat 22 Kurven, zwei Tunnel und Geraden von über 800 Metern, auf denen die Rennwagen Geschwindigkeiten von über 320 km/h erreichen werden.
Die größte technische und optische Attraktion der Rennstrecke ist „La Monumental“. Es handelt sich um eine anspruchsvolle halbkreisförmige Kurve mit einer Neigung von 24 %, die sich über 550 Meter erstreckt. Wie Carlos Sainz nach den ersten Testfahrten auf dem Madrider Asphalt anmerkte, ist der Höhenunterschied am Ausgang dieser Kurve so ausgeprägt, dass man „nur noch den Himmel sieht“ – ganz im Sinne des legendären Sprichworts „Von Madrid bis zum Himmel“.
Doch das Erlebnis des Großen Preises von Spanien 2026 geht über das rein Sportliche hinaus. Hoch oben auf der „La Monumental“ wird es einen VIP-Bereich namens „La Azotea“ geben, in dem neun vom Michelin-Führer ausgezeichnete Köche (darunter Namen wie Mario Sandoval oder Jordi Roca) ein kulinarisches Erlebnis der Extraklasse bieten werden – zusätzlich zu den verschiedenen Fan-Zonen und Freizeitbereichen, die eingerichtet werden.
Um sicherzustellen, dass alles reibungslos läuft, wird die Strecke am 24. und 25. August unter realen Rennbedingungen mit einem offiziellen F3-Training auf Herz und Nieren geprüft. Das wird der letzte Test sein , bevor Madrid 45 Jahre später wieder mit der Königsklasse des Motorsports mitfiebern kann.